Mo
30
Jan
2012
Hand voll Seele
Wie kannst Du traurig sein? Ich puste Dir gelassen
den Lenz ins Herz hinein. Genießen wir die Zeit
der Nähe, Freund, bewußt! Der Herbst ist nicht mehr weit.
Versiegt Dir auch die Kraft, die Sorgen, sie verblassen
wie Laub im Morgentau. Ich will ins Heute fassen!
Noch tönt der Schwalben Lied. Der Birkenbaum gedeiht.
Drum laß uns fröhlich sein, zur Dankbarkeit bereit.
Wer wagt, der hofft zugleich. Du darfst Dich nicht verpassen!
Nimm meine Hand und schau: Ich mal Dir Heiterblau
ins zweifelnde Gemüt, ins triste Wolkengrau.
Denn Suerte finden wir in Blatt und Kieselstein.
Verweile nicht zu lang im Turm der Theorie.
Dort wohnt die Einsamkeit. Sie raubt Dir Energie.
Ich stupse Dich ins Jetzt. - Wie kannst Du traurig sein?
© V F
Quelle: http://www.tango4u.com/
Sa
24
Dez
2011
Bevor Du gehst
- Lied der Freundschaft -
I
Gewähr mir, Freund, ein herzberedtes Schweigen.
Ich gab dem Wind Dein Wort. Er trugs ins Land
der Leisen wie ein Korn aus Silbensand,
in dem Erinnerungen sich verzweigen.
Es ruht ein Klang in saitenlosen Geigen;
Musik, erdacht als Trost aus Gottes Hand.
Aus Deiner Feder fließt das blaue Band,
vor dem sich Rang und Namen stolz verneigen.
Und Du? Du überschmunzelst ihr Gebaren.
Ins flinke Fäustchen lachst Du Dir und denkst:
´Was ahnend sich dem Schmeichelblick entzieht,
ihr könnt es weder fassen noch erfahren.´
Hab acht, an wen Du Vers und Gunst verschenkst!
Bevor Du gehst, vernimm der Stille Lied.
II
Bevor Du gehst, vernimm der Stille Lied.
Nicht jeder kann die Geister unterscheiden.
Der Herr erkennt sie. Ja, Er kennt Dein Leiden
an dem, was Dich in Meister-Haft erzieht.
Wer achtsam hinter Glanzfassaden sieht,
wo feige Ränkeschmiede Wahrheit meiden,
hört Regenkatzen kratzen, wenn sie neiden,
derweil die Nebelkrähe haltlos flieht.
Sekunden zeichnest Du zu Ewigkeiten.
Das bißchen Tod. Was schert´s den treuen Knecht,
der seinem Herrn vertraut. Ihm gilt sein Lied.
Wo Menschen Kummer Dir und Weh bereiten,
bedenke, Freund, der Herr ist stets gerecht,
damit ein Frieden ins Gemüt Dir zieht.
III
Damit ein Frieden ins Gemüt Dir zieht,
laß ruhn die bürdenreichen Damalsfragen,
die unentgegnet Dein Gewissen plagen.
Wer trotz Vergebung ins Verzagtsein flieht,
beginnt zu hadern, wenn ihm Glück geschieht.
Dein Glück, Amigo, liegt im leisen Tragen
der Last von Fremden, die kein Hoffen wagen.
Verwandten Seelen wohnt ein Dur im Lied
der Freundschaft inne. Flüstern wir´s der Welt
ins Winterherz, auf daß sie nicht erfriert.
Bevor es dämmert, schenk mir noch ein Schweigen.
Wer hat Dich, Mensch, zur Seite mir gestellt?
Wenn auch der Lindenbaum sein Laub verliert:
Verwelkte Blätter rascheln zwischen Zweigen.
IV
Verwelkte Blätter rascheln zwischen Zweigen
wie Adergold, das frei aus Federn fließt.
Ich weiß, wie sehr Dich leeres Lob verdrießt.
Du willst die Ruhmesleitern nicht ersteigen.
Wo suchtgeprägte Zungen Trug verschweigen,
befällt Dich Mitleid, weil Du Menschen liest
wie Bücher, die das Schicksal flüchtig schließt.
Wer kann dem Ruhelosen Ziele zeigen,
die segensreiche Spuren hinterlassen?
Wen wird man in entseelten Werken finden,
die Unrecht selbstbezogen überschweigen?
Du rufst mir zu: "Wir müssen´s nicht erfassen!
Wir können Hojas nicht an Zweige binden.
Sie tanzen sterbend den Dezemberreigen.
V
Wir tanzen sterbend den Dezemberreigen,
indem wir uns von Nichtigkeiten trennen.
Wie willst Du Gottes Wege je erkennen,
wenn Du es vorziehst, Ihm aufs Dach zu steigen?
Mir kannst Du Kanten, Zähne, Flaggen zeigen.
Auch darfst Du meinen Vers sonett verbrennen.
Ich werde jedes Kind beim Namen nennen.
Und male Dir den Himmel voller Geigen,
damit Du einsiehst, daß sich Glauben lohnt! -
Bevor ich gehe, Freund, vergib mein Ringen
nach Worten. Wisse: Jesus ist mein Lied!
Er läßt erfahren, wo Vertrauen wohnt.
Zum Abschied soll Dir mein Gebet erklingen.
Was hält den Wunsch, der ins Erfüllen flieht?
VI
Was hält den Wunsch, der ins Erfüllen flieht?
Und ob die Waage sich zum Zagen trauert,
die Jammerschale sich gefüllt bedauert,
entscheidest Du, der in sein Morgen zieht,
als wär´s ein minenreiches Kampfgebiet,
in dessen Einsammitte Reue kauert,
verzweifelt vor dem Tor "Vergebung" lauert,
erfleht, daß einer sein Verlangen sieht,
die Flucht vor Gott ins Sinnlos zu beenden.
Noch höhnt der Götze "Ich": "Die Macht ist mein!"
derweil die Angst an seiner Seite kniet,
mit zitternd ausgestreckten Hilfloshänden.
Wo wird der Seele letzte Heimat sein,
wenn unerwartet Endliches geschieht?
VII
Wenn unerwartet Endliches geschieht,
Dir keine Zeit mehr bleibt, ´aDios´ zu sagen,
wer soll mehr Licht ins Ausweglose tragen?
Von Tod und Teufel grölt manch Erdenlied,
dem Trunkenbold zum Troste. Wer versieht
sein Grab mit Kerzen, die - vom Sturm erschlagen -
zur Hölle fahren, wo die Spötter tagen?
Wohl dem, der nicht ins Ungewisse flieht!
Nach Ehren strebt der Narr, der Narren ehrt. -
Aus Deinen Silben klingt ein Mitempfinden
dem Stillen ins Gemüt, der zwischen Zweigen
ein Wort aus Wir vernimmt, das Glück beschert.
Du kannst die Kümmernisse überwinden.
Zum Himmel laß die stummen Klagen steigen!
VIII
Zum Himmel laß die stummen Klagen steigen!
Erwarte nicht, daß Menschen Dich verstehn.
Des Höchsten Worte werden nicht vergehn!
Wer Ihm vertraut, dem wird der Herr sich zeigen.
Ich kann Dir Seine Wunder nicht verschweigen.
Wer weiß, ob wir uns morgen wiedersehn?
Du fandest Mut, mir furchtlos beizustehn.
Drum schenk ich Dir den schlichten Kranz aus Zweigen,
die weder welken, noch im Sturm zerbrechen.
Aus jeder Note soll Dir Dank erklingen.
Mir ist Dein kühnes Trotzdem nicht entgangen.
Noch wagst Du´s nicht, von Abschiedsschmerz zu sprechen.
Dies Lied der Freundschaft soll Dir Hoffnung bringen.
Mein Wort umatmet ungesagt Dein Bangen.
IX
Mein Wort umatmet ungesagt Dein Bangen
vor dem, was zweifelnd Dir den Schlaf beschwert.
Wer hat Dich, Freund, die Traurigkeit gelehrt?
Dem Beter wächst das brennende Verlangen,
sein Tagwerk mit Certéza anzufangen.
Er geht zum Kreuz, bei dem er Trost erfährt,
daraus ihm Frieden quillt, der ewig währt.
Wisch ab die Träne von den blassen Wangen.
Ich puste Dir ein Lächeln ins Gemüt,
damit Du spürst: Es denkt ein Mensch an Dich.
Und gehst Du fort, vergessen wirst Du nicht.
Wenn auch der Linde Blatt zerfurcht verblüht,
des Höchsten Güte währet ewiglich.
Vertrau dem Herrn, bevor das Auge bricht!
X
Vertrau dem Herrn, bevor das Auge bricht!
Was hält Dich ab, Ihm frei Dein Leid zu klagen.
Er will Sein Kind auf Händen heimwärts tragen.
Durch meine Zeilen tanzt die Zuversicht
ins Neue Jahr. Mir strahlt das Weihnachtslicht
ins Herz hinein. Mit Jesus will ich´s wagen,
dem Nächsten diesen Jahresgruß zu sagen.
Ich weiß, der Heiland hält, was Er verspricht.
Die Strecke bis zum Sterben bleibt ein Wandern.
Du hast die Wahl, den Weg mit Gott zu gehn.
Er knüpfte längst der Liebe starkes Band.
Wir teilen Freud und Trauer mit dem Andern,
wenngleich uns Mißgunst, Spott entgegenwehn.
Der Narren Hoffnung baut auf Trug und Tand.
XI
Der Narren Hoffnung baut auf Trug und Tand.
Du kennst die Bühnen, deren Wände sprechen,
als könnten sie der Wahrheit Schweigen brechen.
Wie hat die Welt dies Sprachlos oft verkannt!
Es zeigt sich denen, die Sein Wort verband.
Du findest es in Wäldern, Wüsten, Bächen.
Und manchmal atmet es durch Deine Schwächen,
als wärs ein Neujahrsgruß, vom Herrn gesandt.
Der Feinde Pfeile können uns nicht schaden.
Im Hinterhalt verbirgt die Sucht den Neid,
gebiert den Haß und raubt zuletzt Verstand.
Als Gottes Kind, errettet nur aus Gnaden,
umgibt mich schützend Seine Heiligkeit.
Leg Deine Zweifel in des Höchsten Hand.
XII
Leg Deine Zweifel in des Höchsten Hand.
Momente gleichen Träumen, die entschwinden.
Wir können Frieden nur in Jesus finden.
Ein jedes Seiner Worte hat Bestand!
Er hat uns Seine Botschaft zugesandt,
damit wir in Bedrängnis überwinden.
Ich kann Dich nicht mit Ihm gebetverbinden.
Er hat sich Dir in Liebe zugewandt.
An Seiner Gnade laß Dir, Mensch, genügen!
Denn Seine Kraft ist in den Schwachen mächtig.*
Das sei Dir Freude, Trost und Zuversicht!
Zu leben heißt: Sich Gottes Willen fügen.
Vernimm mein Lied und lausch dem Klang bedächtig:
Er liebt Dich, Kind. Darum: Verzage nicht!
XIII
Er liebt Dich, Kind. Darum: Verzage nicht.
Die alte Elf geht faltenreich zuende.
Ich sing dem Herrn: ´So nimm denn meine Hände*,
Und leg mir Deinen Segen ins Gedicht,
damit Dein Licht ins Winterdunkle bricht
und manches Herz zu Deinem Frieden fände.´
In ein paar Stunden läßt die Jahreswende
Revue passieren. Nur der Tor verspricht:
´Ab zwölf beginnt die Zukunft mir zu winken.
Ich muß mich ändern, schaff das ganz allein.´
Doch kurz nach zwölf befällt ihn das Verlangen:
´Noch einmal will ich Sekt mit Trauben trinken.´
Besinne Dich, es könnt´ der Letzte sein! -
Gott zeichnet Dir Sein Streicheln auf die Wangen.
XIV
Gott zeichnet Dir Sein Streicheln auf die Wangen.
Sein Atmen ist wie pure Energie.
Sein Zwinkern schenkt dem Vers die Melodie.
Er ist mit mir durch dick und dünn gegangen.
Mit wem willst Dù das Neue Jahr empfangen?
Wer führt in Deinem Lebensfilm Regie,
und gibt Dir unbegrenzte Garantie,
Vergebung, ja Erlösung zu erlangen?
Du suchst nach Sinn und nennst den Tod das Ende?
Du suchst nach Liebe, stirbst zuletzt allein?
Du suchst nach Hoffnung, um ins Aus zu steigen?
Ich frage Dich und falte meine Hände,
damit Du spürst: Der Herr will bei Dir sein.
Gewähr mir, Freund, ein herzberedtes Schweigen...
Meistersonett
Gewähr mir, Freund, ein herzberedtes Schweigen.
Bevor Du gehst, vernimm der Stille Lied,
damit ein Frieden ins Gemüt Dir zieht.
Verwelkte Blätter rascheln zwischen Zweigen.
Sie tanzen sterbend den Dezemberreigen.
Was hält den Wunsch, der ins Erfüllen flieht,
wenn unerwartet Endliches geschieht?
Zum Himmel laß die stummen Klagen steigen!
Mein Wort umatmet ungesagt Dein Bangen.
Vertrau dem Herrn, bevor das Auge bricht!
Der Narren Hoffnung baut auf Trug und Tand.
Leg Deine Zweifel in des Höchsten Hand.
Er liebt Dich, Kind. Darum: Verzage nicht.
Gott zeichnet Dir Sein Streicheln auf die Wangen.
© V F
Quelle: http://www.tango4u.com/
.
Sa
17
Sep
2011
Stehn drei Birken
Stehn drei Birken still im Garten
vor dem Haus am Waldesrain.
Und sie warten
auf die zarten
winterharten
Immergrün im Mondenschein.
Sternengleiche Blüten blicken
auf zum Birkentrio. Sieh,
wie sie nicken,
herbstbestricken,
Grüße schicken.
Luna, lausch der Melodie
abschiedsfroher Hoffnungsweisen,
wie sie klingen durch die Nacht,
Gott zu preisen
für die leisen
Zeitenreisen.
Hörst Du, wie das Herz Dir lacht?
© V F
Sa
11
Jun
2011
Ich male Dir das Meer ins Herz hinein
I
Ein Atmen stirbt. Im Sand verläuft ein Lachen.
Sein Echo sinkt hinab ins Meerestief,
als wärs ein unbeschwerter Abschiedsbrief,
gewebt aus Illusionen, tausendfachen
Momentnuancen, namenlose Nachen,
beladen mit Vergänglichkeit. Sie rief
Dir gestern zu: "Dein Trauerjahr entschlief
in meinen Armen. - Zeit, Dich aufzumachen,
dem Januar Dein Hoffnungsbild zu bringen."
Wir dürfen uns an Augenblicke lehnen,
wie Kinder glauben, zuversichtlich sein.
Ich will Dir altvertraute Weisen singen
zum Muschelklang der Wellenkantilenen.
Und male Dir das Meer ins Herz hinein.
Ich male Dir das Meer ins Herz hinein.
Gedanken wehn, von Windes Hand getragen,
nach Haus. Febrero´s Winterstürme jagen
den weißen Strand entlang. Du sitzt allein
am Fenster, eingetaucht in Kerzenschein
und grübelst über nie gestellte Fragen
als wären´s Wogen, die an Felsen schlagen.
Und plötzlich fühlst Du Dich so hilflos, klein
wie damals, als wir Drachen steigen ließen.
Aus Kieselsteinen bauten wir uns Klippen
und nannten unsre Freiheit "Querfeldein".
Die Tür zur Traumwelt mußten wir verschließen.
Ein leises Lächeln lag auf Deinen Lippen... -
Das Jahr ist jung. Wie kannst Du traurig sein?
III
Das Jahr ist jung. Wie kannst Du traurig sein,
wenn´s märzt und scherzt auf Spaniens Sonnenpfaden.
Bodegas an den Uferpromenaden
verführen uns zu Tapas, Brot und Wein.
Begreifen wir den letzten Stolperstein
als Wendepunkt. Er konnte uns nicht schaden
mit seinen blassen Endlichkeitfassaden.
Es lockt der Lenz. Ich stupse Dich hinein,
ins Blütenparadies am Meeresrand.
Wir träumen uns auf Mariposas Schwingen
ins Land der Liebe, wo die Menschen lachen,
als hielten sie Claveles in der Hand,
aprilvergnügt dem Tag ihr Lied zu singen.
Es wohnt der Wunsch nach Frühling im Erwachen.
IV
Es wohnt der Wunsch nach Frühling im Erwachen.
Ein Hauch von Heiterkeit umstrahlt den Strand.
Nur Mut, und reich mir Deine müde Hand.
Gemeinsam laß uns Purzelbäume machen!
Bevor es nebelt, schenk mir noch ein Lachen.
Ich zeichne Dir ein Zwinkern in den Sand,
denn Primavera trägt ihr Festgewand
und wird ein Farbenfeuerwerk entfachen.
Ein Unverzagtes schweigt sich durch die Weiten
der Himmelsauen, heimatlos geborgen
im Sog der Innenfremde. - Mag in schwachen
Momenten auch ein Zweifeln Dich begleiten,
bedenke stets: ´Es trägt der Herr mein Sorgen.
Ich will mich auf den Weg ins Morgen machen.´
V
Ich will mich auf den Weg ins Morgen machen,
zu Dir, mit Dir den Herbst im Sturm bestehn.
Noch dürfen wir dem Mai ins Antlitz sehn.
Noch glühen uns zum Trost die mannigfachen
Gelegenheiten, Glücke zu entfachen.
Wo Arco Irisfarben nicht vergehn,
verweilt die Hoffnung auf ein Wiedersehn.
Ein bißchen Sterben liegt im Tagerwachen.
Solang die meerumrauschten Wünsche winken,
vermag ein Windeshauchen Dich zu wiegen
ins Traumgemach, ins Zeitenlos hinein.
Aus Regenbogenkelchen sollst Du trinken,
in denen Bitterkeiten bald versiegen.
Begleite mich! Wir stelln dem Tod ein Bein.
VI
Begleite mich! Wir stelln dem Tod ein Bein,
wenn Wog´ um Woge Dich gen Himmel hebt,
davon zu künden: "Ja, ich hab gelebt!"
Ein Segensquell entspringt dem Felsgestein,
durchdringt in Juni-Dur das Stillesein
der Winterjahre. - Was Erinnern webt´,
beginnt zu reißen. Reifend widerstrebt
dem Innenkind, sich abermals als klein
und hilflos anzusehn. - Ein Korn aus Staub
im Hüllen-Los gefangen. - Was Dich hält,
erahnt sich Dir im Glauben. - Welche Pein
für den, der seine letzte Stunde - taub
vor Furcht - ins leere Schattendunkel stellt. -
An Gräbern bleibt die Einsamkeit allein.
VII
An Gräbern bleibt die Einsamkeit allein.
Verzweifelt läuft der Narr im Nabelkreise
und weiß: Zuende geht die Erdenreise
ins Ungewiß der Nacht, ins Aus hinein.
Du tanzt derweil im Julimondenschein,
säst abendrote Rosen - dutzendweise. -
Es brennt noch Licht in Deiner Stube. Leise
ertönt mein Lied für Dich: Gedenke mein
im fernen Süden, wo die Berge raunen,
als wollten sie den Wandermüden warnen,
bezeiten aufzubrechen, Rast zu machen.
Wir dürfen noch die Farbenpracht bestaunen,
und Señor Sol mit unserm Charme umgarnen.
Gemeinsam laß uns Lebenslust entfachen!
VIII
Gemeinsam laß uns Lebenslust entfachen,
mit jeder Faser unsern Herrn erheben.
Es bleibt mir nur noch kurze Zeit zu leben.
Bis dahin will ich mit den Spatzen lachen.
Der Tod mag sich derweil zum Affen machen.
Ich werde ihm verschmitzt den Laufpaß geben,
aus Wolkenknäueln Sanftsonette weben.
Was auch geschieht: Der Herr wird mich bewachen.
Unwandelbar umgibt uns Seine Liebe.
Mit Schicksalsschlägen will ich nicht mehr ringen.
Uns zu vergeben liegt in Seiner Gnade.
Und wenn mir nur noch eine Silbe bliebe,
ich ließe sie dem Herrn als Lied erklingen.
Im Nachhinein verblassen Damalspfade.
IX
Im Nachhinein verblassen Damalspfade
wie Bilder, die uns mahnen oder freuen.
An manchen Tagen werden wir bereuen
wie Kinder, wenn sie Himbeermarmelade
aus Oma´s Keller klauten. (Jammerschade,
wenn Opa sie erwischte.) Ob wir neuen
Erfahrungswerten trotzen, Fehler scheuen:
am Ende bröckelt unsre Blaßfassade.
Was sinnst Du über Gesternbagatellen?
Es ist August. Der Himmel strahlt wie nie
zuvor. Gedanken gehn auf Wünschereise,
beginnen nachts die Herzen zu erhellen,
als spielte Glück die Sternenmelodie,
auf ungemein geheimnisvolle Weise.
X
Auf ungemein geheimnisvolle Weise
erkennen wir nach leidgeprüften Jahren,
wie segensreich vor allem Hürden waren.
Wer liebt, begibt sich auf Entdeckungsreise
ins Wir, verläßt die eingefahrnen Gleise
und fürchtet keine unberechenbaren
Gewalten, sondern nutzt bewußt die raren
Momente der Begegnung. Denn im Kreise
der Menschen, deren Nähe uns erquickt,
gelangen wir auf längst vergess´nen Wegen
an Orte, da geteilte Sehnsucht ruht.
Ein Krokusköpfchen hat mir zugenickt,
September grüßt mit warmem Nieselregen:
Wir schöpfen aus Erinnerungen Mut.
XI
Wir schöpfen aus Erinnerungen Mut,
nach vorn zu blicken ohne nachzutragen;
dem andern ein "Ich hab Dich lieb" zu sagen.
(Das findet auch der gröbste Griesgram gut;-)
Ein Herzenswort beflügelt selbst den Wut-
entbrannten, sein Motiv zu hinterfragen.
Ach, laß die Wimper nur ein Lächeln wagen.
Wie rasch erlischt sogar die weiße Glut.
Oktobergold umschmiegt die Zweigenspitzen ,
betört die Sinne, flammt mir ins Gemüt,
Otoño, spiel die Abschiedsserenade!
An Deiner Seite, Madre, will ich sitzen,
solange uns ein neuer Morgen glüht.
Geschenkte Lebenszeit ist Gottes Gnade.
XII
Geschenkte Lebenszeit ist Gottes Gnade. -
Es darf sich noch der Blick des Jetzt erfreuen.
Ich will den Tag mit Immergrün bestreuen.
Noch weilen Hoffnungsschimmer am Gestade
der Nebelmeere. - Schmale Endlospfade
entlang den Dünen führen ins Bereuen
zu spät bekannter Schuld. Gebeugte scheuen
das Licht, verbergen hinter der Fassade,
wie tief die Sterbensangst sie niederzwingt.
Was gäben sie darum, den Tod zu fliehn.
Die größten Toren halten sich für weise.
Und während der Novemberblues erklingt,
beginnt Advent ins Glaubensherz zu ziehn.
Das Beste kommt NACH unsrer Diesseitsreise.
XIII
Das Beste kommt nach unsrer Diesseitsreise.
Wenn im Dezember Stürme Strände streifen,
entblößte Blicke in die Ferne schweifen,
bewegen sich Gedanken oft im Kreise.
Das Wort des Herrn ist Quelle mir und Speise.
Er läßt mich täglich Seine Hand ergreifen.
Mir bleibt, die alten Kleider abzustreifen.
Und wenn ich einmal gehe, geh ich leise
gen Heimat, wo die Palmenherzen pochen,
ins Vaterhaus, wo Tränen Perlen gleichen.
Statt mit dem Zaunpfahl wink ich mit dem Hut.
"Ich komme wieder!" hat der Herr versprochen.
Dann will ich nicht von Seiner Seite weichen.
Was prägt uns mehr als das, was in uns ruht?
XIV
Was prägt uns mehr als das, was in uns ruht?
Nun Mutter, muß ich diesen Kranz beenden,
denn unsre Zeit, sie steht in Gottes Händen,
mit welchen Er bis heute Wunder tut.
Ein Letztes noch: Bewahre Dir den Mut,
Dich einzig Seiner Wahrheit zuzuwenden.
Des Menschen Sohn wird seine Engel senden.
Sie fürchten weder Tod noch Sonnenglut.
Und fühlst Du Dich allein in dunklen Stunden,
so sei getrost, vertraue Seiner Macht.
Gott selbst wird unsern letzten Gang bewachen.
An Seine Liebe sind wir frei gebunden.
Noch manchmal flüstert mir der Wind bei Nacht:
Ein Atmen stirbt. Im Sand verläuft ein Lachen.
Meistersonett
Ein Atmen stirbt. Im Sand verläuft ein Lachen.
Ich male Dir das Meer ins Herz hinein.
Das Jahr ist jung. Wie kannst Du traurig sein?
Es wohnt der Wunsch nach Frühling im Erwachen.
Ich will mich auf den Weg ins Morgen machen.
Begleite mich! Wir stelln dem Tod ein Bein.
An Gräbern bleibt die Einsamkeit allein.
Gemeinsam laß uns Lebenslust entfachen!
Im Nachhinein verblassen Damalspfade
auf ungemein geheimnisvolle Weise.
Wir schöpfen aus Erinnerungen Mut.
Geschenkte Lebenszeit ist Gottes Gnade.
Das Beste kommt NACH unsrer Diesseitsreise.
Was prägt uns mehr, als das, was in uns ruht?
© V F
Dedicado a mi Madre, Conchita
Für Mutter
Damiel, La Mancha - 2011
Quelle: http://www.tango4u.com/
Sa
08
Mai
2010
eingenickt
Gerne halte ich zuweilen
Nickerchen im Taggewühle.
Wonnigliche Hochgefühle
lassen mich dem Trott enteilen.
..........Will ein Schläfchen mich betören,
..........fällt es schwer ihm mitzuteilen,
mich doch bitte nicht zu stören,
wenn Gedanken mich umranken.
Doch es lohnt sich nicht zu zanken,
sondern zeitig aufzuhören,
nach zu sinnen, vor zu greifen,
Brückenverse zu verschränken,
schlummertrunken ein zu lenken,
aus zu tüfteln, ab zu schweifen,
..........in Dezimen anzustreben
..........Müdigkeiten abzustreifen,
um die Geister zu beleben,
welche halb im Schlaf sich wähnen. -
Also will ich reimend gähnen,
mich zur Siesta bald begeben.
© V F
Quelle: http://www.tango4u.com/
Mo
26
Apr
2010
Heuverschnupft im Heitergrün
.
Elegante Silberbirkenzweigkaskaden
laden Sinne ein, im Heitergrün zu baden;
unbekümmert Lebenslust im Blick,
scheinen sie verspielt dem Winde zuzuwinken
so, als wollten sie ein Gläschen „Anmut“ trinken
mit dem Schalk, der schmunzelnd im Genick
sitzt, verschmitzt ins flinke Fäustchen keck zu kichern,
sich der Gunst der Blütenkätzchen zu versichern,
wie ein Pollenkorn auf Hausbesuch.
Während Birkenspinner durch die Lüfte schwingen,
müssen Heuverschnupfte mit dem Niesen ringen.
Was wär´ Frühling ohne Taschentuch.
© V F
Quelle: http://www.tango4u.com/
Fr
16
Apr
2010
angelächelt
.
Mir sprach im Schlaf ein sanftes Spüren
vertraut ins träumende Gemüt,
als wär´s ein ahnendes Berühren,
das im Erinnern still erblüht.
Ich lauschte jenem leisen Klingen,
aus dessen Anmut Trösten tropft´
wie Perlentau auf Adlers Schwingen. -
Es war, als wenn´s ans Herz mir klopft´,
durch dessen Tür ein Kinderlachen
den wunscherfüllten Traum betritt,
aus dem ich leider mußt´ erwachen,
und doch: Ich nahm´ sein Lächeln mit...
© V F
Quelle: http://www.tango4u.com/
Sa
06
Mär
2010
Waldbankgedanken - Terzanelle
Begrüßt die alte Bank den letzten Abendfrieden,
begeben die Gedanken sich auf weite Reise,
geprägt von Stille, die im Alter ihr beschieden,
verweilen sie an Damals-Orten, schließen Kreise,
die offen noch für Wünsche, Reue, Illusionen;
begeben die Gedanken sich auf weite Reise,
als wollten sie das alte Holz vor Rissen schonen,
im bangen Hoffen, einmal noch gebraucht zu werden,
so offen noch für Wünsche, Reue, Illusionen,
im tiefen Wissen um Vergänglichkeit auf Erden
den zugedachten Platz im Dasein auszufüllen,
im bangen Hoffen, einmal noch gebraucht zu werden,
als ließe sich ein Sehnen noch im Sterben stillen,
die nicht erfüllten Träume noch mit Sinn zu weben,
den zugedachten Platz im Dasein auszufüllen.
Am Waldesrand, von weichem Sternenmoos umgeben,
begrüßt die alte Bank den letzten Abendfrieden. -
Erinnerungen an ein reich-erfülltes Leben,
geprägt von Stille, die im Alter ihr beschieden.
© V F
So
07
Feb
2010
Zweifel-Los
Blinzelte mir nicht aus morgenmüden,
schlafentfloh´nen Augen Vorgefreutes?
Welch Erwartung
zweifelte sich wach am Unentschieden!
Traumvorweggenommenes Bereutes,
wie es schon im Keim gehegter Hoffnung
Zwiebedenken zagen läßt Gefühl,
dessen Ungeduld sich kaum will zähmen,
noch im Schwanken leergehofftes Lähmen
schaut voraus, verirrt sich im Gewühl
ins Gedächtnis eingebrannter Wunden,
mißgeschickter angefachter Glut. -
Wäre sie geblieben auf der Hut,
wachgestummt im Wechsel der Sekunden,
käme dann die Zuversicht zum Mut?
Ach, ich laß es ungefragt verglühn. -
Will das Blinzeln mir ins Heute blühn,
soll Gelegenheit mich nicht bedauern.
Vorgeahntem will ich nicht entfliehn.
Einmal eingestürzte Zweifelsmauern
mögen furchtlos ins Gemüt mir ziehn.
© V F
Mi
23
Dez
2009
Eis gebrochen - Sonett
Es perlen Freudentränen von den Wangen
der eisverträumten Flüsse - zeitverschwiegen,
als dürfe ein Geheimnis nicht versiegen,
zu künden von zerbrechendem „Vergangen“.
Und an den Ufern schmelzen tau-umfangen
erstarrte Damalslieder - aufgestiegen,
wie ungelöste Trauer fortzufliegen,
als hätten sie den Fluß der Zeit durchgangen.
Beredte Risse aderbahnbefreien,
dem spiegelglatten Antlitz nicht zu trauen,
zerkratzte Wangen, die vom Weinen müde,
als müßten Wunden selber sich verzeihen,
im Strahl der Sonne Zuversicht zu schauen,
wie Jahr um Jahr der Fluß bei seinem Liede.
© V F
Mi
07
Okt
2009
Verlaufen
Eine kleine wilde Welle
wollte spielen, auf die Schnelle
sich am Strand im Sand vergnügen
müßig in der Sonne liegen,
durch die Kinderburgen schäumen,
um vom großen Glück zu träumen.
Drum beschloß sie leicht, vermessen,
die Gefahren zu vergessen.
Mutter Woge warnt´ besonnen:
„Solches Glück ist bald zerronnen.
Spaß zu haben durch Vergnügen
wird auf Dauer schnell versiegen.
Überdruß der Illusionen,
wo die Freude mag nicht wohnen,
weil der Übermut sie zeugte,
den der Kummer später beugte.“
Doch die kleine wilde Welle
trotzte jener weisen Quelle,
die erfahren sie ermahnte,
weil die Folgen sie erahnte.
Und so kam´s, wie´s kommen mußte,
was die Welle noch nicht wußte:
Sie verlief sich - wie bekannt -
übermütig bald im Sand.
© V F
Melodie
